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Warum ist es wichtig, frühzeitig Hilfe zu bekommen?

Der Zeitpunkt professioneller Intervention ist entscheidend für die Behandlung einer ersten Psychoseepisode. Studien belegen, dass eine frühzeitige Behandlung der Psychosesymptome die Prognose verbessern kann. Einfacher ausgedrückt: Je früher eine Person Unterstützung erhält, desto höher sind ihre Chancen auf einen positiven Therapieerfolg und den Weg zu Genesung und Wohlbefinden.

Die Hände des Patienten werden von einer medizinischen Fachkraft gehalten.

Frühwarnzeichen erkennen

Das Erkennen der frühen Warnzeichen einer beginnenden Psychoseepisode ist der erste Schritt zu Behandlung und Genesung. Nicht jeder Mensch zeigt die gleichen Anzeichen. Wichtig ist, dass die folgenden möglichen Warnzeichen für die betroffene Person neu oder ungewöhnlich sind (d. h. nicht typisch für sie) und Folgendes umfassen können:

  • Schwierigkeiten, Realität von Fantasie zu unterscheiden
  • Verwirrtes Sprechen oder Kommunikationsschwierigkeiten
  • Sich selbst unterhalten, vor sich hinmurmeln oder lachen
  • Veränderung der Leistungen in der Schule oder im Beruf
  • Veränderung im sozialen Leben (beginnende Isolation)
  • Emotionale Reaktionen zeigen, die der Situation nicht angemessen sind 
  • Schwierigkeiten, klar und logisch zu denken
  • Misstrauen, paranoide Ideen oder Unbehagen gegenüber anderen
  • Äußerung von Ängsten, beobachtet oder verfolgt zu werden (z. B. das Bedürfnis, die Vorhänge zu schließen)
  • Ungewöhnliche oder übermäßig intensive Ideen, seltsame Gefühle oder ein Mangel an Gefühlen
  • Rückgang der Selbstpflege oder der persönlichen Hygiene
  • Schlafstörungen, einschließlich Einschlafproblemen und verkürzter Schlafdauer

Was ist die beste Behandlungsmethode bei Psychosen?

Die Erfahrungen mit Psychosen sind bei jedem Menschen individuell, daher können Behandlungsansätze je nach den Bedürfnissen der jeweiligen Person variieren. Auch wenn es hier keine Einheitslösung gibt, betonen evidenzbasierte Verfahren einen multidisziplinären Ansatz für optimale Ergebnisse.

Hier ein Überblick über einige zentrale Maßnahmen: 

Medikation Management

  • Ein Psychiater oder Arzt kann belastende Positivsymptome medikamentös behandeln. Die gemeinsame Entscheidungsfindung bezieht den Patienten in die Ermittlung der optimalen Dosierung ein, die den Nutzen maximiert und die Nebenwirkungen minimiert – ganz nach seinen Wünschen. Die Suche nach dem richtigen Medikament kann Zeit in Anspruch nehmen. Offene Kommunikation darüber, was wirkt und was nicht, trägt wesentlich zum Erfolg bei. 

Psychotherapie  

  • Therapeuten und Berater können offene und wertfreie Gespräche sowie strukturiertere Sitzungen ermöglichen, die Betroffenen helfen, ihre Erfahrungen besser zu verstehen und Bewältigungsstrategien sowie Wege zum Leben mit der Psychose zu erlernen. Es gibt verschiedene therapeutische Interventionen bei Psychosen, wobei die kognitive Verhaltenstherapie für Psychosen (KVT-P), die auf die Umstrukturierung von Überzeugungen abzielt, und das individuelle Resilienztraining (IRT), das die Betroffenen befähigt, aktiv an ihrer Behandlung mitzuwirken, am stärksten empfohlen werden. 

Familienerziehung  

  • Studien belegen, dass sich die Behandlungsergebnisse verbessern, wenn Angehörige und Freunde über Psychose, Kommunikationsmethoden und Selbstfürsorge aufgeklärt werden. Es gibt zahlreiche Hilfsangebote für Familien, darunter Kommunikationstipps und -techniken sowie Selbsthilfegruppen zum Austausch mit anderen Betroffenen. 

Unterstützung durch Freunde  

  • Für Menschen in einer Psychose kann der Kontakt zu jemandem, der Ähnliches erlebt hat, sehr wertvoll sein. Zertifizierte Genesungsbegleiter bieten einen geschützten Raum, in dem Betroffene sich austauschen, Beziehungen knüpfen und sich wohlfühlen können, weil sie wissen, dass sie nicht allein sind.

Beschäftigungstherapie

  • Menschen mit Psychosen können Veränderungen in ihrem Denken aufweisen, die ihre Leistungsfähigkeit in Schule, Beruf oder Alltag beeinträchtigen können. Durch die Förderung und das Erlernen neuer Alltagsfertigkeiten zur Symptombewältigung unterstützt die Ergotherapie Betroffene dabei, trotz der Herausforderungen durch die Psychose ein unabhängigeres Leben zu führen und ihre Lebensqualität insgesamt zu verbessern.