Verbindung mit Diensten
Wie läuft üblicherweise die Überweisung zur Behandlung einer Psychose ab?
- Sich im Gesundheitssystem zurechtzufinden, kann manchmal überfordernd sein, insbesondere bei der Suche nach Hilfe bei einer Psychose. Wenn Sie oder Ihr Angehöriger sich Sorgen über mögliche Warnzeichen machen, aber nicht in einer akuten Krise stecken, kann der Überweisungsprozess mit einem Besuch bei Ihrem Hausarzt oder Psychiater beginnen. Diese können Ihre Symptome beurteilen und Sie zur weiteren Abklärung an eine spezialisierte Behandlungseinrichtung oder einen auf Psychosen spezialisierten Arzt überweisen. Es ist ratsam, Ihre medizinischen Unterlagen griffbereit zu haben und den Kontakt zum überweisenden Arzt aufrechtzuerhalten, um einen reibungslosen Übergang zu gewährleisten.
- Oftmals erkennen Familien oder Einzelpersonen frühe Warnzeichen nicht und der erste Kontakt mit Hilfsangeboten erfolgt erst in einer Krisensituation.
- Wenn möglich, sollte die betroffene Person sicher in die Notaufnahme gebracht werden. Dies kann den Einsatz von Kommunikationstechniken erfordern, die sich auf die Angst der Person und nicht auf ihre sichtbaren Symptome konzentrieren. Zum Beispiel: „Du scheinst wirklich Angst zu haben. Was wäre, wenn wir mit jemandem sprechen würden, der dir vielleicht helfen kann?“
- Für Einzelpersonen gilt stets die Empfehlung, dass die Entscheidung über Behandlung oder Unterstützung bei ihnen selbst liegt. Sie haben die Macht, diese Wahl selbst zu treffen.
- Bei Sicherheitsbedenken sollte man sich zunächst an die Polizei wenden. Es ist sehr wichtig, der Polizei mitzuteilen, dass es sich um ein Problem im Bereich Verhalten oder psychische Gesundheit handelt. Dies kann dazu beitragen, die betroffene Person an die richtige Stelle (psychiatrischer Notdienst) zu vermitteln und das Vorgehen der Beamten zu beeinflussen. Auch wenn Angehörige befürchten, dass die Einschaltung der Polizei die Beziehung zum Angehörigen negativ beeinflussen könnte, lässt sich dies in der Regel beheben. Die Sicherheit aller Beteiligten hat oberste Priorität.
Wie kann ich mit den behandelnden Ärzten über meinen Angehörigen kommunizieren?
- Eine effektive Kommunikation mit den Behandlern hilft dem Behandlungsteam, das Gesamtbild zu verstehen und die bestmögliche Versorgung zu gewährleisten. Psychiatrische Fachkräfte, einschließlich stationärer Teams, können jederzeit Informationen über einen Patienten erhalten. Sie dürfen diese jedoch unter Umständen nicht ohne die Einwilligung des Patienten weitergeben. Die Einholung einer Einverständniserklärung zur Informationsweitergabe (Release of Information, ROI) ist daher immer ein guter erster Schritt. Es ist wichtig zu bedenken, dass dies letztendlich die Entscheidung des Patienten ist und er möglicherweise nicht alle oder nicht alle Informationen preisgeben möchte. Dieses Recht sollte unbedingt respektiert werden. Es ist außerdem ratsam, sich mit den Richtlinien der Einrichtung/des Krankenhauses und den Patientenrechten vertraut zu machen. Dies kann Ihre Kommunikation leiten und Ihnen Klarheit über Ihren stationären Aufenthalt verschaffen. Wenn Sie mit den Behandlern sprechen, seien Sie klar und konkret in Bezug auf Ihre Bedenken, Beobachtungen oder jegliche Veränderungen, die Ihnen aufgefallen sind. Denken Sie daran: Ihre Stimme zählt.
Was ist ein Behandlungsbegleiter?
- Ein Behandlungsbevollmächtigter ist eine Person, die rechtlich dazu befugt ist, im Namen einer Person, die aufgrund ihres psychischen Zustands nicht in der Lage ist, selbst informierte Entscheidungen zu treffen, medizinische oder psychiatrische Behandlungsentscheidungen zu treffen. Der Bevollmächtigte muss stets im besten Interesse des Patienten handeln und sich für eine angemessene Versorgung einsetzen, wobei er dessen Würde und individuelle Rechte respektiert. Das Verfahren zur Bestellung eines Behandlungsbevollmächtigten ist unterschiedlich, umfasst aber in der Regel rechtliche Schritte und den eindeutigen Nachweis, dass der Patient diese Unterstützung benötigt.
Hier finden Sie Hilfe:
Die National Alliance on Mental Illness (NAMI), 1-800-950-NAMI (6264)
Verwaltung für Drogenmissbrauch und psychische Gesundheit (SAMHSA) Hilfetelefon unter 1-800-662-HELP (4357)
Allianz für Früherkennung und Unterstützung (EASA), Bereitstellung von Informationen und Unterstützung für junge Menschen, die zum ersten Mal Symptome einer Psychose erleben.
24/7 Suizidpräventions- und Krisen-Hotline: 988
988lifeline.org